Als "Systemaufstellungen" bezeichne ich in erster Linie die Familienaufstellungen, Aufstellungen im beruflichen Kontext und Organisationsaufstellungen, sowie verschiedene Formen der Strukturaufstellungen.
Aufstellungen sind eine sehr effektive Methode zur Klärung wichtiger persönlicher oder beruflicher Anliegen. Mit ihrer Hilfe können wir erfahren, was Beziehungen belastet, persönliches Wachstum oder beruflichen Erfolg verhindert und manchmal sogar körperlich oder seelisch krank macht. Häufig sind es unbewusste Bindungen und Verstrickungen innerhalb der Herkunfts- oder Gegenwartsfamilie, die uns daran hindern, unsere Kraft und unsere Fähigkeiten ganz zu nutzen und unser Leben zu meistern.
Die Aufstellung von Anliegen aus dem persönlichen, beruflichen oder familiären Bereich zeigt unmittelbar Lösungen auf und bringt Veränderungsprozesse in Gang. Wenn die Verstrickungen gelöst sind, können wir unseren Platz im Leben finden und kraftvoll ausfüllen. Ein achtungsvoller Umgang mit uns selbst und mit Anderen wird möglich und führt zu größerer innerer Zufriedenheit in allen Lebensbereichen.
Aufstellungen eignen sich damit hervorragend, um Probleme in ihrem Kontext, d. h., in ihren Zusammenhängen sowohl verstehen als auch lösen zu können. Dabei wirken Aufstellungen oft schneller und direkter als z. B. das Gespräch, weil zusätzlich zur kognitiven auch die emotionale Ebene angesprochen wird. Wir sprechen also nicht nur über Lösungen, sondern wir können sie auch spüren und "erleben". Damit ergänzen (nicht ersetzen!!!) Aufstellungen optimal meine weiteren therapeutischen und beraterischen Ansätze und Kompetenzen.
In einer Gruppe profitiert darüber hinaus jede/r auch von den Aufstellungen der anderen TeilnehmerInnen. Nicht nur die eigene Aufstellung, sondern auch das Miterleben und Mitwirken als Beobachter oder Stellvertreter regen immer wieder eigene Klärungsprozesse an.
In der Unternehmensberatung haben die Organisationsaufstellungen inzwischen ihren festen Platz als ein hoch effektives Werkzeug gefunden. An Familienaufstellungen wird dagegen seit einiger Zeit vor allem in den Medien immer wieder Kritik geübt.
Fast immer bezieht sich die Kritik dabei auf die Person von Bert Hellinger selbst. Aber auch die unklare und leider manchmal sogar fehlende Qualifikation mancher selbsternannter "Aufsteller" wird in der Öffentlichkeit m. E. völlig zu Recht kritisiert und sorgt für große Verunsicherung. Deshalb ist es mir wichtig, hier klar Position zu beziehen:
Familienaufstellungen wie auch andere Formen der Aufstellungsarbeit sind für mich nicht zwangsläufig mit der Art und Weise gleichzusetzen, wie Bert Hellinger das vorgegeben hat. Er hat ja auch die Aufstellungsarbeit nicht "erfunden", sondern selbst auf die Erfahrungen Anderer vor ihm zurückgegriffen und eigene Erkenntnisse integriert.
Ich habe bei Bert Hellinger viel gelernt und bin ihm dafür dankbar. Gleichzeitig habe ich manche seiner Ansichten und vor allem den Umgang, den er zeitweise mit Klienten praktiziert, immer wieder kritisiert.
Seit einigen Jahren hat sich Bert Hellinger nach meinem Empfinden in seiner Arbeit und in seinen Aussagen immer mehr in eine Richtung verändert, die ich mit meinem therapeutischen Selbstverständnis, mit meiner beruflichen Ethik und mit meinen persönlichen Werten nicht länger vereinbaren kann. Deshalb habe ich mich entschlossen, die "Potsdamer Erklärung" von Herrn PD Dr. Arist von Schlippe zu unterstützen und sie an dieser Stelle zu veröffentlichen:
"Potsdamer Erklärung zur systemischen
Aufstellungsarbeit" -überarbeitet!
Die Arbeit mit szenischen Darstellungen und Aufstellungen hat in der
Familientherapie und der systemischen Therapie eine lange Tradition.
Sie wurzelt u.a. in therapeutischen Techniken, wie sie in der
Familienskulpturarbeit oder im Psychodrama entwickelt wurden.
In der von Bert Hellinger praktizierten Form ist sie in breiteren Kreisen als jemals zuvor bekannt geworden. Bedauerlicherweise hat sich Hellinger dabei immer mehr von der originär systemischen Arbeit entfernt. Hellingers Verdienst bleibt es, dazu beigetragen zu haben, die Aufstellungsarbeit zu verdichten. Vor allem was die mögliche Auflösung von Verstrickungsdynamiken anbetrifft, hat er neue und innovative Vorgehensweisen entwickelt.
Heute sehen wir jedoch den Punkt gekommen, an dem nicht nur wesentliche Teile der Praxis von Bert Hellinger - und vieler seiner Anhänger -, sondern auch viele seiner Aussagen und Vorgehensweisen explizit als unvereinbar mit grundlegenden Prämissen systemischer Therapie anzusehen sind, etwa
Im Gegensatz dazu beziehen wir uns auf viele Beispiele und Ausdifferenzierungen von Aufstellungsarbeit, die im Rahmen eines systemisch-konstruktivistischen Therapieverständnisses und vor dem Hintergrund einer tragfähigen und verantwortlichen therapeutischen Beziehung durchgeführt wird. Wir verstehen diese als konstruktive Versuche, dieses bereits bewährte therapeutische Werkzeug weiter zu entwickeln und auch, es zunehmend mehr wissenschaftlicher Überprüfung zu unterziehen.
Insofern wehren wir uns auch gegen undifferenzierte Kritik an dieser Form von Praxis. Aufstellungsarbeit "jenseits von Hellinger" sollte sich als therapeutisches Instrument weiterentwickeln, doch die enge Verbindung mit seinem Namen ist heute nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Im Juli 2004
(Quelle: www.systemische-gesellschaft.de)
Der Begriff "Familienaufstellungen" ist bis heute nicht geschützt und, für mich noch schlimmer, es gibt auch kein standardisiertes Curriculum zur Ausbildung von "Familienaufstellern". Bert Hellinger selbst hat sich stets dagegen ausgesprochen, aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen.
Die Folge: Familienaufstellungen und andere Systemische Aufstellungen werden leider immer wieder auch von Menschen angeboten, denen es meiner Ansicht nach an der dafür erforderlichen Qualifikation und Erfahrung fehlt. Ich halte das für unverantwortlich den Ratsuchenden gegenüber und habe diesen Zustand seit Jahren scharf kritisiert.
In der "Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen" (früher "Internationale Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger") wurden inzwischen Qualitätskriterien entwickelt, um Ratsuchenden qualifizierte Aufsteller empfehlen zu können.
Ich erfülle diese Kriterien und stehe deshalb auf der so genannten "Empfehlungsliste".
Für die intensive, tiefgehende und emotional sehr berührende Arbeit mit Aufstellungen bringe ich insbesondere mit:
Familienaufstellungen, Organisationsaufstellungen und Systemaufstellungen durfte ich lernen von qualifizierten Therapeuten und Beratern, die die Aufstellungsarbeit z. T. immer weiter entwickelt und ausdifferenziert haben. Sie und noch weitere "Lehrmeister" haben mich v. a. auch in meiner inneren Haltung gefördert und geprägt. Besonders zu Dank verpflichtet bin ich:
Zu den in Fortbildungen erworbenen Kenntnissen kommen die Erfahrungen aus vielen hundert Aufstellungen, die ich selbst geleitet oder als Beobachter bzw. Stellvertreter miterlebt habe.
Seit einigen Jahren gebe ich mein Wissen und meine Erfahrung selbst in Fortbildungskursen im In- und Ausland weiter. Veröffentlichungen von mir finden Sie am Ende der Seite.
In meinen Aufstellungsseminaren und in der offenen Gruppe arbeite ich nur mit Kolleginnen und Kollegen zusammen, die die für diese Arbeit erforderlichen Qualifikationen mitbringen, auch wenn sie z. T. nicht auf der Empfehlungsliste stehen.
Gerade weil es in der "Aufstellerszene" leider auch Scharlatane gibt, ist es mir wichtig, Ihnen ein qualitativ hochwertiges Angebot machen zu können. Dazu gehört auch das Angebot einer Nachbetreuung nach einer Aufstellung in der Einzelberatung, wenn Sie das wünschen.
Auch und gerade in der Aufstellungsarbeit ist für mich die Orientierung an Ihrem Anliegen oberstes Gebot. Ich gehe mit Ihnen im partnerschaftlichen Miteinander in die Richtung, die Sie vorgeben, und ich gehe nur soweit, wie Sie selbst mitgehen wollen. Sie bestimmen das Tempo und die Grenze - ich achte das und richte mich danach!